Edkimo

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Kurzzusammenfassung:

  • Idee: Feedback via Internet
  • Einsatzgebiet (Alter/ Zielgruppe): alle ab Klasse 5
  • Einsatzgebiet (Fach): alle
  • Medienkompetenz der User: Lehrer: mittel; Schüler: gering bis mittel
  • technische Voraussetzung: Schüler haben Zugang zum Internet via Smartphone/ PC - es sollte ca. ein Gerät je 5 Schüler vorhanden sein. Alternativ: Feedback im heimischen Umfeld absenden

Optional können die SuS die App installiert haben

  • Sicherheit/ Datenschutz: gut nach Aussage der Hersteller


Funktionsumfang

Edkimo. Die Feedback-App. Lernen gestalten. Feedback zählt zu den wichtigsten Einflussfaktoren für den Lernerfolg. Edkimo ist eine App, die wirksames Feedback im Lernprozess schnell und einfach ermöglicht. Mit Edkimo können Lehrkräfte mühelos und in Echtzeit ein konstruktives und anonymes Feedback von ihrer Lerngruppe einholen und direkt besprechen. [1]


Mit Edkimo kann man

  • Umfragen erstellen und teilen
    • per Link
    • per QR-Code
    • per Kurzcode zur Eingabe in der App/auf der Webseite
  • Vorgegebene Umfragen nutzen
  • Ergebnisse visualisiert anzeigen und freigeben
  • Alte Umfragen können gelöscht oder archiviert werden.


Man kann nicht:

  • eine Umfrage von Daten leeren und neu nutzen (wäre gut für regelmäßges Feedback) Update: Dieses Feature wurde 2017 eingefügt. Danke!)
  • Bilder oder Formeln in Antworten bzw. Fragen einbinden (das wäre gut für Mathe)
  • Urlisten exportieren, Kreuzanalysen oder änliches durchführen (Das erhöht die Anonymität, vermindert aber den Erkenntnisgewinn bei erfahrenen "Evaluierern".)


Usability mit Beispielen

Für diejenigen, die die Umfrage ausfüllen, ist die Nutzung denkbar einfach: Code eingeben, durchklicken, abgeben, fertig. Sehr sinnvoll ist auch der Button "nächster Teilnehmer", so dass der Ausfüllprozess auch bei wenigen Geräten rasch weitergeführt werden kann.

Für die Lehrer/Fragenbogenersteller ist die Usabilty nicht immer so problemfrei. Registrierung und Login sind einfach. Will man vorgebene Bögen nutzen, ist dies mit nur wenigen Klick sehr rasch umgesetzt. Das Erstellen eigener Bögen ist nicht immer so einfach, beispielsweise darf man nicht den Beispieltext komplett löschen und dann neben die Textbox klicken - man kann sie dann nicht erneut anwählen. Die Antwortskalen der skalierten Fragen sind begrenzt und können nicht verändert werden- das zwingt zu einer bestimmten Formulierung der Fragen, was aber nicht unbedingt ein Nachteil ist. Ist ein Bogen einmal unter "Meine Vorlagen" abgelegt, kann man ihn aber ebenso rasch und einfach wiederverwenden. Jeder Umfrage können bei Bedarf noch Zusatzfragen hinzugefügt werden, ehe sie aktiviert wird. Die Fragen können aber nicht gespeichert werden, was schade ist. Man kann sich so keine "Liste von Fragen" vorbereiten, aus denen man dann die Vorlagen zusammenklicken könnte. Damit verbunden ist es nicht möglich, den Fragen einen Titel zu geben. Die Webseite speichert einfach den gesamten Fragetext als Titel. Das ist nicht unbedingt übersichtlich, aber auch nicht wirklich störend. Es ist sehr leicht, eine Umfrage zu aktivieren oder zu deaktivieren. Will man sicherstellen, dass sich jeder nur einmal beteiligt, gibt es einen TAN-Modus. Man kann auch die Teilnehmerzahl begrenzen. Der Zugriff auf Link und QR-Code ist einfach, aber man kann den Code nicht als Bild herunterladen. (Ich mache immer einen Screenshot, um ihn irgendwo einzubauen.) Der Link kann automatisiert kopiert werden. Die Ergebnisse werden durch einen Klick auf "Ergebnisse (Zahl der Teilnehmer)" angezeigt - der Link ändert die Farbe, wenn ausreichend Teilnehmer die Fragen beantwortet haben. (Ich weiß aber noch nicht, was "ausreichend" ist.) Durch zwei weitere einfache Klicks kann man die Ergebnisse mit oder ohne die Freitexte freigeben - sie können dann mit einem Ergebnis-Code auf einer speziellen Seite bzw. via Link abgerufen werden. (Von allen, die den Code kennen.) Gab es quantifizierbare Fragen, werden diese automatisch als Balkendiagramm dargestellt. Nutzt man die Vorlagebögen mit quantifizierbaren Fragen aus verschiedenen Bereichen, gibt es Kreisdiagramme, die eine Zusammenfassung der Bereiche geben, und darunter die detaillierten Fragen samt Antworten. Hier werden auch Durchschnitt und Varianz automatisch berechnet. Insgesamt gibt es einen schnellen und guten Überblick über die Meinungen und Einschätzungen der Schüler zum Unterricht. Auf Mobiltelefonen und ähnlichen Geräten habe ich allerdings schon öfters Darstellungsfehler gesehen, so dass die Prozentzahlen nicht mehr richtig lesbar waren.

Hat man vor, eine Umfrage öfters nutzen, gibt es den Button "Alle Antworten löschen" - so braucht man einen Bogen nicht immer wieder neu erstellen und wird überflüssige Daten wieder los. Screenshotedkimo.png

Kosten

Der erste Lehrer einer Schule kann die Plattform kostenlos nutzen, aber es ist wohl die Zahl der Fragebögen limitiert. Danach kostet eine Lizenz 1€/Jahr pro Schüler, maximal jedoch 800€, und umfasst zusätzliche Features wie Schulungsmaterial, Schullogo, Bögen teilen, weitere fertige Bögen usw.

Sicherheit

Nach Datenschutzerklärung Aussage der Betreiber ist die Sicherheit hoch: Schülerdaten werden nicht erfasst, Ergebnisse von Befragen liegen nur in der Hand der Lehrkraft, der Serverstandort ist Deutschland, man orientiert sich am Leitbild der Datensparsamkeit und Datenvermeidung und erfasst auch vom Lehrer nur Pseudonym, E-Mailadresse und Schulname. Positiv zu bemerken ist, dass die Datenschutzerklärung kurz und in einfacher Sprache gehalten ist - so bleibt sie auch für den Laien verständlich. Zumindest im Browser wird verschlüsselt. (https) Die App habe ich nicht untersucht, da meine Schüler sie eh nicht installieren wollen - kein Platz auf dem Smartphone. Da es sich um ein Freemium-Format handelt, ist zu vermuten, dass die Daten tatsächlich nicht gesammelt und verkauft werden. Die Software ist aber closed-source, eine unabhängige Prüfung kann also nicht stattfinden.

Einsatzmöglichkeiten/ päd. Konzept

Edkimo liefert selber ein umfassendes Konzept zum Schülerfeedback auf ihrer homepage: Der Workflow ist demnach: "Fragebogen auswählen, befragen, Gespräch führen." (Quelle) Dass Feedback das Klima und den Unterricht nachweislich voranbringt, ist allerdings nicht nur von edkimo bereits hinlänglich bekannt. (Man siehe zum Beispiel das Buch "Feebackmethoden" von Bastian/Combe/Langer)

Ich habe es eingesetzt, als ich in einer neunten Klasse neu began und es zunächst viele Schwierigkeiten zwischen mir und den Schülern gab. Nach einem etwas längeren Lernprozess, dass ich es wirklich ernst damit meine, ihre Meinung zu hören und zu beachten (Feedback erzwungen, Feedback besprochen, Anregungen umgesetzt, neues Feedback usw.), half uns der Prozess, wesentliche Knackpunkte zu finden und zu beheben. Danach hatten die Schüler kein Interesse mehr am Tool - sie fanden das Klima jetzt so angenehm, dass eine Rückmeldung nicht mehr anonym gegeben werden musste und die Gespräche nach dem Unterricht lösten das technische Feedback komplett ab. Im Laufe des Prozesses gab es immer wieder auch persönliche Beleidigungen oder eher destruktives Feedback (ppauschal alle Kreuze auf schlecht gesetzt, Fragen nicht gelesen...), aber durch die Befragung der kompletten Klasse relativierte sich dieses negative Bild immer, so dass ich stets gut damit umgehen nd konstruktiv damit arbeiten konnte. Das ist ein großer Vorteil vor einer Gesprächsrunde, bei der stille Schüler oft hinter den lauten "Stimmungsmachern" verschwinden können. Der Zeitaufwand war gering, nur das Beantworten der Fragebogen zog sich oft bis in die Pause/ nächste Stunde, da wir nur 2 PCs zur Verfügung hatten.

Quellen und Zusätze

Alternativen:

  • Papierfragebögen (zum Beispiel in Verbindung mit Auswertunstools wie etwa [1] bereitsstellt.)
  • Moodle Umfrage-Tool
  • ISerV Umfrage-Tool
  • [FeedbackSchule]
  • Schulinterne bzw. Landesinterne Angebote
  • Grafstat

Fußnoten

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